Memento Mori


Memento Mori CoverAuf der Verpackung von Memento Mori steht „Mystery-Krimi zwischen Dan Brown und Akte X“, und genau in dem Moment, als ich das las, dachte ich mir: „Oh nein, was für ein Schrott.“ Schließlich vermittelte mir diese Aussage und die Tatsache, dass es sich um ein Point&Click-Adventure handelt, dass ich es mit einem billig und schnell hingeschluderten Kommerzmüll zu tun haben könnte. Doch schon wenige Minuten nach der Installation war ich von Memento Mori absolut gefesselt. Um es gleich vorwegzunehmen: Dieses Spiel ist eines der besten aus dem Jahr 2008, und in meinen Augen das beste Adventure dieses Jahres.

Aber fangen wir von vorne an. Worum geht es in diesem Spiel? In die Eremitage von St. Petersburg wird eingebrochen, und es fehlt kein Bild. Auf den zweiten Blick erfährt man jedoch, dass eines der Kunstwerke gegen ein wertloses Duplikat ausgetauscht wurde. Es scheint also mit einem ganz gewöhnlichen Diebstahl zu beginnen, aber es ist absolut nichts gewöhnlich. Dieses Mal steckt sehr viel mehr dahinter. Mit der Aufklärung des Falles werden Larisa „Lara“ Ivanova Svetlova, eine der besten Ex-Mitarbeiterinnen der Petersburger Polizei und jetzige Interpol Ermittlerin, sowie Maxime „Max“ Durand, ein ehemaliger Kunstfälscher, beauftragt. Und was als einfacher Krimi beginnt, wird im Laufe des Spiels sehr schnell eine Mission auf Leben und Tod. Die Bruderschaft „Ilkuinen Nukkuja“, die ewigen Schläfer,


versucht alles Mögliche, um bestimmte Original-Gemälde verschwinden zu lassen und sie mit Fälschungen zu vertauschen. In der „Ars Moriendi“, der Grundsatzordnung dieses Ordens aus dem 15. Jahrhundert, wird beschrieben, dass man den Todesengel in seiner richtigen Form sehen kann, wenn man sich selber zwischen Leben und Tod befindet. Viele Künstler haben mit allen erdenklichen Mitteln versucht ihn zu sehen, nur mit dem Hintergrund, ihn dann in ihren Gemälden zu verstecken. Seit Jahrhunderten nun versucht der Orden sämtliche Abbildungen dieses Todesengels, egal wie gut sie im oder unterm Bild versteckt sind und sie somit ein Lebender sehen könnte, verschwinden zu lassen. Notfalls auch durch Drohung, Erpressung und Mord.Dialog System 1

Der Spieler, der in einem kooperativen Modus sowohl Lara als auch Max steuern kann, wird mit der Zeit immer tiefer in diese dunkle Machenschaften hineingezogen und muss sich nicht nur gegen äußere Gefahren wehren. Auch die Psyche der Charaktere ist in Gefahr.

Soweit die interessante Story – aber es gibt ja nichts, was nicht doch noch versaut werden könnte. Zum Glück ist dies bei Memento Mori in keinster Weise geschehen. Angefangen bei den Rätseln, die niemals aufgesetzt oder nach dem Motto „Jetzt muss mal wieder ein Puzzle her“ wirken, sondern sich direkt aus der Handlung ergeben, bis hin zu der Gesamtstimmung, die durch Grafik, Synchronisation und Musik erzeugt wird. Die Geschichte, die auch an reale Schauplätze wie Sankt Petersburg oder Lyon führt, entwickelt mit der Zeit eine extrem spannende Handlung. Wirklich erstaunlich ist, dass es in der Storyline keine störenden Brüche oder langatmige Zeitschinder gibt. Der spannende Krimi bezieht seine Kraft nicht nur aus mystischen Elementen, sondern auch aus der Tatsache, dass der Spieler das Geschehen nicht linear mit einer Figur durchspielt, sondern abwechselnd mal aus Laras und mal aus der Perspektive von Max sieht. Dieses Abwechseln der Hauptcharaktere wird bei Memento Mori so sinnvoll genutzt, dass es das Miterleben der Handlung noch verstärkt.

MaxWie schon gesagt, die Rätsel kommen nicht um des Rätsels willen, sondern weil sie in die Geschichte passen. Als kleines Beispiel: Wenn man in einer bestimmten Situation mit dem Handy telefonieren möchte, muss man erst ans Fenster gehen um auch Netzempfang zu haben. Wie bei einem guten Adventure üblich, kommt der aufmerksame Beobachter leichter weiter. Oder einfach gesagt: Man sollte richtig zuhören, sich Gegenstände von allen Seiten anschauen oder auch zum Beispiel die E-Mails am Computer regelmäßig abrufen. Des Öfteren müssen Gegenstände auch kombiniert werden, was einem das sehr überschaubar gehaltene Inventar leicht macht. Glücklicherweise wurde auf irgendwelche wirren Kombinationen verzichtet, der normale Menschenverstand ist vollkommen ausreichend.

Memento Mori ist ein Spiel, das sowohl dem hartgesottenen Adventure-Fan als auch einem Neuling dieses Spielegenres gefallen wird. Der Lösungsweg ist anspruchsvoll, aber immer logisch. Und man kann das Spiel auch ruhig ein paarmal öfter starten, denn es bietet insgesamt acht verschiedene End-Versionen. Zu diesen Auflösungen der Geschichte kommt man, wenn man Rätsel auch mal anders gelöst hat.

Aber nicht nur die Story macht Memento Mori zu einem wirklichen Leckerbissen, auch die gesamte Atmosphäre passt einfach. Egal ob das fesselnde Abenteuer, die lebendigen, gut synchronisierten Dialoge oder die Optik des Spiels – es ist einfach in sich stimmig. Die Zwischensequenzen sind sehr gut gerendert, die Locations sind alle in 3D-Optik und überzeugen durch ihre stimmungsvolle Ausleuchtung,  mit zum Teil ungewöhnlichen Kameraperspektiven und netten Effekten, die nicht im Übermaß eingesetzt werden. Die besondere Stimmung innerhalb Memento Moris wird durch die musikalische Untermalung nur verstärkt. Die melancholischen Klavierstücke passen einfach perfekt in das Gesamtbild.Lara

Anders als bei viel zu vielen Adventures wurde bei Memento Mori viel Wert auf eine vernünftige Sprachausgabe gelegt. Sascha Draeger, der auch schon Superman aus der Serie „Superman: die Abenteuer von Lois und Clark“ seine Stimme lieh, ist der Synchronsprecher für Max, und Nana Spier, die man bereits als Drew Barrymore, Claire Danes oder Lucy Liu gehört hat, leiht ihre Stimme Lara. Sie war außerdem auch die Synchronstimme von Buffy in „Buffy – im Bann der Dämonen“. Andere Rollen werden von Oomph! gesprochen. So spricht zum Beispiel Dero André den sehr eigenwilligen Bruder von Max, und Crap und Flux hört man auch des Öfteren. Insgesamt gibt es über 50 Charaktere, mit denen man sich unterhalten kann.

Abschließend kann ich nur jedem, der an kommenden Winterabenden einen mystischen Krimi mit sehr packender Inszenierung erleben möchte, Memento Mori absolut empfehlen.

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Systemvoraussetzungen:
Minimum:
Windows® XP / Windows® Vista
Intel Pentium IV® oder vergleichbarer Prozessor mit 1,6 GHz, 512 MB RAM (für Vista 1 GB)
128 MB RAM Grafikkarte (Shader 2.0 kompatibel)
DirectX 9.0c® kompatible Soundkarte
5 GB freier Festplattenspeicher, DVD-ROM-Laufwerk, Tastatur, Maus

Empfohlen:
Windows® XP / Windows® Vista
Intel® Core™2 Duo oder vergleichbarer Prozessor mit 2,0 GHz, 1 GB RAM
256 MB RAM Grafikkarte (Shader 2.0 kompatibel)
DirectX 9.0c® kompatible Soundkarte
5 GB freier Festplattenspeicher, DVD-ROM-Laufwerk, Tastatur, Maus

 

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Das Spiel ist ab 12 Jahren in Deutschland freigegeben und ab sofort im Handel oder bei Amazon erhältlich.

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