Skold vs KMFDM


Skold vs KMFDMKein Mitleid Für Die Mehrheit – Mastermind Sascha Konietzko und Tim Skold, seineszeichen Ex-Oghr, Ex-Marylin Manson (bis Anfang 2008), Ex-MDFKM , Ex-KMFDM und Grammy-Nominierter kennen sich schon einige Zeit, nicht zuletzt aus gemeinsamen Band-Zeiten. Mittlerweile lebt Konietzko aber wieder in seiner Geburtsstadt Hamburg und Tim Skold immer noch in den U.S. und A.. Wie machen diese zwei Multitalente und Elektrofreaks in der heutigen Zeit ein gemeinsames Album? Der eine steigt in den Flieger und beide basteln im Wohnzimmer des Anderen an den Songs? Wäre eine Möglichkeit. Nicht aber die 2 …  Wozu gibt es schließlich das Internet? Genau, nicht nur für Pornos und illegale Downloads (oder um auf neurostyle.de zu lesen 😉 ), sondern man kann auch Dateien und Informationen speichern und für jemand anderen zum Download zur Verfügung stellen. Und genau so machten es Sascha und Tim – der eine arbeitete in Hamburg, stellte die Dateien am Abend auf den Server, und wenn Tim aufstand, spielte er selbige auf seinen PC und arbeitete weiter daran. Um kurz bevor er schlafen ging das gleiche Spiel für Sascha zu wiederholen.

Und was kommt bei einer gemeinsamen Produktion in Rekordarbeitszeit und ohne direkte Gespräche raus? Ein sehr gutes, abwechslungsreiches Industrial Rock / EBM Album. „Skold vs. KMFDM“ strotzt nur so von Energie und musikalischen Variationen. Es gibt, leider, wenige Alben (auch wenn insbesondere bei Danse Macabre die Tage viel Gutes erschienen ist) die einen von Anfang an so fesseln und dann auch bis zum Ende nicht mehr los lassen. Egal das wievielte mal man die CD sich anhört.

Aber mal zum Aufbau des Silberlings: 11 Songs und 11 Variationen (Interludes) bescheren uns eine fast randvolle CD mit einer Spieldauer von rund 70 Minuten in denen die 2 es auf beeindruckende Weise geschafft haben dröhnende Industrialsounds mit harten, fast schon Metal Gitarrenklängen zu einer perfekten Symbiose zu verbinden. Und trotzdem wirklich 22 verschiedene Songs zu erschaffen. Beispielsweise seien hier u.a. der Opener „Why me“ genannt, der wie „Alkohol“ etwas EBM-lastiger ist, ein Song wie „Error 404“ deutlich elektrolastiger oder ganz kontrastreich, weil deutlich ruhiger, und trotzdem ins Gesamtkonzept passend die (Fast-)Schmuse-Nummer „All or nothing“.  Natürlich kommt bei Konietzko und Skold auch experimentelles nicht zu kurz; bewiesen mit „Porn, Kitsch and Firearms“ oder auch „Gromky“. Auch an alle DJs da draußen haben die 2 gedacht und hier möchte ich einfach mal „Bloodsport“ und „Love is like“ erwähnen.

Unterm Strich kann man nur 2 Sachen hoffen: zum Einen das die CD nicht zu früh veröffentlicht wurde und wenn es darum geht das Album des Jahres 2009 zu finden bei der Jury noch im Player ist und zum Anderen: das Skold und Konietzko sich nicht so schnell trennen und noch viele gemeinsame Veröffentlichungen heraus bringen.

Tracklist

1. Why Me (4:29)
2. Bloodsport Interlude (1:07)
3. Antigeist (5:13)
4. Alkohol Interlude (0:52)
5. Bloodsport (5:06)
6. Error 404 Interlude (1:58)
7. Love Is Like (4:07)
8. Antigeist Interlude (1:07)
9. It’s Not What (4:14)
10. Love Is Like Interlude (1:01)
11. A Common Enemy (4:59)
12. Porn, Kitsch And Firearms Interlude (1:40)
13. Error 404 (3:36)
14. All Or Nothing Interlude (0:57)
15. Porn, Kitsch And Firearms (4:36)
16. It’s Not What Interlude (1:22)
17. Gromky (5:17)
18. A Common Enemy Interlude (1:29)
19. Alkohol (5:28)
20. Gromky Interlude (1:43)
21. All Or Nothing (5:03)
22. Why Me Interlude (2:25)

Ist am 17.04.2009 erschienen und u.a. bei Amazon erhältlich.

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