Moonchild – Nichts ist für immer


Moonchild - Nichts ist für immerDas deutsch-italienische Trio Moonchild ist nicht so einfach zu greifen.  Sie gründeten sich schon 1987 in Donzdorf (Baden-Württemberg, wenn auch damals noch unter dem Namen „Wages of Sin“) und gehören somit schon zu den alten Recken der schwarzen Szene. Am Anfang spielte man noch Musik in der Art von Siouxie and the Banshees oder Garden of Delight – wenngleich deutlich melidöser und poppiger.  Nach ca. 10jährigen Bandbestehen entwickelte sich der Sound immer deutlicher in  die Metal-Richtung. Und heute – wieder fast 10 Jahre später gibt es wieder einen musikalischen Umschwung.

Zum Einen singt man heute in deutsch – was man meiner Meinung nach lieber gelassen hätte, aber dazu später mehr. Und zum Anderen wurde die Musik wieder deutlich poppiger, aber wenigstens noch mit starken Rockelementen.

Die größte Neuerung zu den alten Scheiben ist das Frau D’Iavollo auf „Nichts ist für immer“ größtenteils in deutsch singt. Laut Moonchild „das ultimative i-Tüpfelchen“ des neuen Moonchild-Sounds.


Für mich sind die leider oft platten und vulgären Texte nur ein Punkt mit dem man versucht möglichst anstössig zu wirken und so stärker ins Gespräch zu kommen. Die Band gibt selber zu das Englisch die definitiv melodiösere Sprache ist – und beweißt es mit den guten Songs „World of Wonders“ und „Honey“ auch gleich selber auf eindrucksvolle Weise. Susan D’Iavollo hat ja auch eine ansprechende Stimme und Uwe Holler sowie Toni de Santis können sehr wohl auf ihren Instrumenten überzeugen – weswegen in meinen Augen diese überzogene Vulgarität nicht nur nicht nötig gewesen wäre sondern man hat in meinen Augen so ein Album das insgesamt eigentlich zu überzeugen weiß der PR zuliebe versaubeutelt.  Moonchild meinen dazu „Krasse Musik mit extremen Geschichten braucht eine ungeschliffene Sprache.“. Diese Meinung kann ich einfach nicht teilen und bestes Beispiel ist Oswald Henke mit Fetisch:Mensch.
Also lassen wir mal lieber die Texte links liegen – soweit man dies bei einem Album kann. Musikalisch kann Moonchild wie schon geschrieben durchaus überzeugen, auch wenn die Gitarre für meinen Geschmack etwas zu stark betont wird. Einige Refrains sind sehr eingängig und gefällig, ohne zu sehr in den Pop-Bereich abzurutschen. Songs wie „Was weißt du den schon?“ oder „Du wirst es bereuen“ haben sogar schon fast ein kleines Hitpotential – bzw. könnten es mit englischen Texten haben. Leider sind aber beide Songs in deutsch gesungen und so… . Selbst ruhige Töne könnten für Moonchild kein Problem sein, bewiesen wird diese Behauptung zum Beispiel mit „Schrei nach dir“.

 

Unterm Strich verbleiben bei mir nach dem kompletten Genuss der Scheibe gemischte Gefühle. Interessante Musikstücke mit einer oft sehr passenden Stimme im Gegensatz zu zum Teil sogar unterirdischen Texterqualitäten. Ganz besonders wird das im Song „Hass – Liebe – Tod“ deutlich.

Leider kann man in das Album nicht einfach mal beim Plattendealer seines Vertrauens reinhören um vielleicht festzustellen das einem die textlichen Ausrutscher gar nicht so stören in einem ansonsten wirklich gelungen Gesamtwerk, den das Album (und hier ist die einzige „echte“ Überschneidung mit Oswald Henke“) gibt es ausschließlich auf der Homepage der Band zu kaufen. Und z.B. ein MySpace-Profil scheinen sie nicht nötig zu haben (- auf dem man dann ja vielleicht auch 50%-Versionen der Songs anhören könnte). Auch hier ist Moonchild also wieder nur halbherzig unterwegs – nur digitale Eigen-Vermarktung aber die dann auch nicht absolut konsequent mit allen möglichen Werbeformen.

01 Deine Letzte Ruhe
02 Was Weißt Du Denn Schon?
03 Hass – Liebe – Tod
04 Du Wirst Es Bereuen
05 Hey, Du!
06 Die Sterne
07 Deine Augen
08 Komm, Wach Auf!
09 World Of Wonders
10 Schrei Nach Dir
11 Honey
12 Gefühlsdiebe

Band-HP: www.moonchild.purespace.de

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