AGAPESIS – Erotika


erotika-agapesis-coverEs ist gerade mal ein Jahr her, da konnten Agapesis mit ihrem zweiten Album „Mistress of Blood“ Achtungserfolg in den DAC erreichen. Am 11. September diesen Jahres stellen sie ihr nunmehr drittes Werk „Erotika“ der Öffentlichkeit vor. Rein thematisch stehen bei den insgesamt 13 Songs wieder Fetisch und SM im Vordergrund. Vielleicht bezeichnet das Label die Musik deswegen als Sexed Up Electronics. Auch scheut man sich nicht Künstler wie „Die Form“ als Vergleich zu nehmen. Sehr wohlwollend ausgedrückt muss man aber zu dem Schluss kommen, dass Agapesis nicht auch nur annähernd an die Qualitäten von „Die Form“ heranreichen. In Sachen Komplexität und Atmosphäre machen ihnen Philippe Fichot und Eliane P. noch so einiges vor.

Was kann man überhaupt von einem Album erwarten, das mit Titeln wie „Master of Pussies“, „Fetish, Sex & Decadence“ oder auch „Leather Dreams“ aufwartet? Nun, im besten Falle ein experimentierfreudiges, elektrolastiges Album, das sich sowohl für die Tanzfläche als auch für SM-Partys eignet. Leider trifft meistens nicht der beste Fall ein – aber so schlimm wie Erotika werden zum Glück auch nur wenige Alben.

Die Texte sind genauso einfallslos wie ihre Titel und versuchen sämtliche Klischees der Szene zu bedienen. Die Stimmen, Gesang kann man das nämlich absolut nicht nennen, sind einfach nur erbärmlich. Melanie plärrt vollkommen schief und nervend – da hilft auch der extreme Einsatz von Effekten nichts mehr. Jean-Pierre hingegen plärrt nicht einmal. Er wäre ein perfekter Kandidat für Herrn Bohlen, allerdings nur für die Folgen, in denen es um die Lacher und nicht um Gesang geht. Agapesis vermitteln auf diesem Album auch den Eindruck, dass sie kein Instrument beherrschen können. Das Geklimpere auf dem Synthesizer bekommt so auch jedes Vorschulkind hin. Unterdröhnt wird das Ganze, über alle Tracks hinweg, von extrem langweiligen und einfallslosen, prügelnden Beats. Niemand kann so besoffen oder so anspruchslos sein, dass er das auf Dauer ertragen könnte.

Diese Scheibe ist für mich der Top-Favorit auf das schlechteste Industrial-Album 2009. Auf einer Skala von 0-10 würde es von mir eine -2 bekommen. Der Plattenfirma dansemacabre sei diese Grausamkeit verziehen, schließlich bringen sie auch sehr viele sehr gute Scheiben heraus. Aber wie Agapesis von einem nicht besonders guten, aber hoffnungsvollen Album wie „Mistress of Blood“ auf ein Niveau von „Erotika“ abrutschen kann, das wird wohl für immer ein belgisches Geheimnis bleiben.

Tracklist:
1. TOXICS PHENOMENES
2. EROTIKA
3. MASTER OF PUSSIES
4. ROTER DRACHE
5. LEATHER DREAMS
6. PERVERSE ILLUSION
7. ALICE IN DREAMSLAND
8. THE SCISSORHANDS
9. FETISH, SEX & DECADENCE
10. WILD LOVE
11. GLACIAL DEATH
12. THE TIME OF CHAOS
13. NICHT NOTAUSGANG

Release: 11.09.2009

www.myspace.com/agapesis
http://www.agapesis.com

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