EVIG NATT – Darkland


Evig Natt - DarklandDie aus (ehemaligen) Mitgliedern von ENSLAVED, EINHERJER, THUNDRA, THRONE OF KATARSIS und REISM bestehende norwegische Extrem Gothic Metal Band Evig Natt bringt am 9. April ihr neues Mach(t)werk Darkland in die Läden. Und das wurd auch Zeit.

2007 veröffentlichten Evig Natt schon mit “I Am Silence” ein viel beachtetes und relativ erfolgreiches Album. Aber mit Darkland dürfte ihnen der endgültige Durchbruch gelingen. Black Bards haben mit Evig Natt wirklich ein Juwel im Gothic Metal Bereich verpflichten können. Und deswegen gehe ich auch erstmal grundsätzlich auf Evig Natt ein, bevor ich mich zu dem rundum gelungenen Album äußere.

Dass Evig Natt nach der Veröffentlichung von „I Am Silence“ ohne Plattenvertrag dastanden, wunderte sicher nicht nur mich. Dass sie nicht von einem Major-Label unter Vertrag genommen wurden, ehrlich gesagt noch mehr. Aber es freut mich ehrlich für Black Bards, die sehr engagiert sind, dass sie mit Evig Natt jetzt so eine hochkarätige Band im Reportoire haben. Und dass Evig Natt was von ihrem Handwerk verstehen, sieht man an der Liste, aus welchen Bands die Mitglieder kommen – hören tut man es von der ersten Sekunde an. Anders als die meisten anderen Gothic Metal Bands haben Evig Natt nicht nur den Gesangsstil dem Death Metal entliehen, nein, auch einige Instrumentenspielweisen erinnern nicht ohne Grund an Death Metal. So kommen zum Beispiel Blastbeats zum Einsatz. Und das ist im Falle von Evig Natt definitiv kein Nachteil. Frontfrau Kirsten Jørgensen ist im Umgang mit ihrer Stimme extrem vielseitig, mal glockenklare Gesangspassagen und dann growlt sie mit Oskar Naley um die Wette. Und sie kann kraftvoll und rockig klingen wie ganz, ganz wenige andere Sängerinnen.

„Darkland“ selber ist eine hervorragende Mischung zwischen absoluten Tempo-Songs und ein paar ruhigeren Nummern. Aber gehen wir jeden Song mal einzeln durch:

Der Opener Darkland zeigt sofort den Weg, den dieses Album beschreitet. Hart, kompromisslos und alles andere als ohne Melodie. Die klare Stimme von Kirsten harmoniert perfekt mit Oskar. Ein Song, der Lust auf mehr macht – und mehr gibt es zum Gllück auch noch.

Evig Natt ist dann der erste Song, den Evig Natt in ihrer Muttersprache singen. Und auch wer nicht norwegisch kann – ja, es heißt „ewige Nacht“. Laut der Band ist dies auch gleichzeitig einer der persönlichsten Songs, die Stein Sund textlich jemals geschrieben hat. Geht es doch um seine persönlichen, inneren Dämonen. Es ist eher ein Mid-Tempo-Song in bester Gothic-Manier. Und der Song, der mich an stärksten an gute alte Theatre of Tragedy Zeiten erinnert.

Until The End zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise, wie Evig Natt einen Song lenken können. Wieder eher Mid-Tempo mit schönem oldschool Vibe, getrieben von Oskars brachialer Stimme. Mit einer nicht erwarteten Endpassage, die von Klavier und Oskar dominiert wird.

I Die Again ist die einzige echte Ballade auf „Darkland“. Der Song fängt zwar etwas härter an, wandelt sich aber ziemlich schnell. Hier gibt definitiv Kirsten den Ton an. Traurig, fragil und einfach wunderschön.

Sjelelaus ist ein Highlight auf diesem tollem Album. Kirsten hat in Seelenlos (nichts anderes bedeutet Sjelelaus) das erste Mal in der Bandgeschichte über Religion geschrieben. Und dieser Song zeigt die ganz besondere Klasse von Evig Natt, wenn die symphonischen Klänge im Hintergrund mit einer ruhigen Melodie dahinschmelzen, im Vordergrund Kirsten mit ihrer hohen Stimme zu hören ist und das Schlagzeug ein gewaltiges Fundament darunter legt. Dann sind Evig Natt eine Klasse für sich.

The Wanderer kommt direkt danach in doomiger Manier. Langsam und trotzdem sehr mächtig, immer wieder mit ruhigen Stücken zersetzt, einer hervorragend passenden Gitarre und der Brachialstimme von Oskar im Vodergrund einfach ein tolles Teil.

Dass Gothic Metal auch ohne Synthis funktioniert, zeigen Evig Natt mit Withered Garden. Der Song ist wahrscheinlich für den Drummer geschrieben worden, denn hier kann er sich immer wieder mal so richtig austoben. Und zwar immer, wenn die Gitarren ihm mal ein bißchen Raum lassen. Ein außergewöhnlicher Gegensatz zum vorherigen Song. Und zum nachfolgenden…

My Sin setzt nämlich voll auf Synthesizer. Trotzdem ist My Sin der härteste Song auf dieser Scheibe. Und auch gleichzeitig der Älteste. Stein hatte diesen Track nämlich eigentlich gar nicht für Evig Natt geschrieben, sondern für ein nie verwirklichtes Projekt. Kirsten und Oskar interpretieren laut Stein dann auch diesen Song ganz anders, als er es sich damals gedacht hätte – aber seiner Meinung nach auch besser. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen – aber er ist toll!

Mit Epitaph schöpfen Evig Natt zum Ende noch einmal aus dem Vollen. Dieser 9-minütige Song ist einfach perfekt gelungen. Klarer, wunderschöner Gesang von Kirsten. Einen brutalen Gegenpart von Oskar. Dazu kraftvolle, harte Gitarrenriffs und Pianoparts, wie sie sich gehören. Und dann bekommt das Ganze noch eine Unterstützung von Bass und Drum, die ihresgleichen sucht. Gewürzt wird das Ganze noch durch ein paar lateinische Begräbnisformeln, die von einem Freund der Band im Mittelteil gesprochen werden.

Mit „Darkland“ ist Evig Natt ein rundum gelungenes Album geglückt, das keinerlei echte Schwächen offenbart. Klar, Evig Natt erfindet ein Genre nicht neu – aber sie haben ihren Stil und ziehen den auch durch. Und die letzte Band, die mich mit diesem Gesangsstil so beeindrucken konnte, wie es Evig Natt tun – das waren Theatre of Tragedy zu „A Rose For The Dead“- und „Velvet Darkness They Fear“-Zeiten. Deswegen gibt es auch keine Anspieltipps von mir – jeder Song auf Darkland ist absolut hörenswert! Also eine klare Kaufempfehlung meinerseits!

„Darkland“ Track List:

01. Darkland
02. Evig Natt
03. Until The End
04. I Die Again
05. Sjelelaus
06. The Wanderer
07. Withered Garden
08. My Sin
09. Epitaph

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