REBENTISCH – Unter der Stadt


Rebentisch - Unter der StadtAlso, ich geb es ganz offen zu, ich habe ein Problem mit Rebentisch. Nein, nicht mit den Berlinern Sven Rebentisch und Jens Bohm. Vor denen hab ich viel Hochachtung, schon allein, was die 2 mit ihrer Band Der Zerfall machen, ist aller Ehren wert. Und auch das Projekt Rebentisch lässt einen immer wieder aufhorchen.

Aber genau dieses Projekt lässt einen leider auch immer wieder verzweifeln. Jetzt ist einer dieser Momente, denn ich soll eine Kritik für das am 23.04.2010 erscheinende Remix-Album „Unter der Stadt“ schreiben.

Die Pressemitteilung ist in diesem Fall auch recht dürftig: „Lyrik ist tanzbar! Lasst Euch die Party in den Neonlicht flirrenden Abenden „Unter der Stadt“ nicht entgehen!“. Okay, das stimmt zum großen Teil ja auch wirklich. „Unter der Stadt“ hat einige Tracks, die es problemlos in die Clubs schaffen dürften. Aber dann auch wieder Songs, die sich mir auch nach mehrmaligem Hören einfach nicht erschließen wollen.

Nehmen wir zum Beispiel mal „Danach [Coverversion I. By Als Godzilla Japan Aß]“ – ein tolles Stück Klangwelt. Sven Rebentisch klingt ein bißchen nach Peter Heppner in seinen besten Zeiten. Stimme, Text und Musik harmonieren in hervorragender Art und Weise. Ein wirkliches Highlight an Musik. Genauso, wie auch „Jeder Neue Tag [Cabo De Gata – Version]“ ein echter Diamant ist. Goethes Erben könnten es nicht besser machen. Auch wenn Sven vielleicht hier und da mal etwas zu sehr betonend agiert. Aber das Stück ist insgesamt einfach perfekt gelungen.

Aber dann gibt es auf „Unter der Stadt“ leider auch Stücke wie „Das Leben Geht Einfach Weiter [Cabo De Gata – Version]“. Das Teil hat definitiv Potential. Leider wurde es nicht genutzt. Klar, es ist tanzbar. Aber es ist leider auch absolut belanglos. Da hilft auch der gelungene Text und die nette Interpretation durch Sven nicht weiter. Das Teil hört sich einfach ideenlos und nach 1000mal woanders gehört an. Ähnlich wie „Das Medikament [Als Godzilla Japan Aß – Rmx]“. Auch dieser Remix ist nicht schlecht gemacht. Aber vollkommen uninspiriert.

Zum Glück sind die restlichen Tracks zwar keine Mega-Highlights, aber alle durch die Bank auch nicht schlecht. Was mir halt immer wieder auffällt, dass beim einen oder anderen Song zu stark versucht wurde „cool“ zu sein. Musik für Neon-Beleuchtung zu schaffen. Egal, ob es der Song hergibt oder nicht. Und genau dadurch klingt das Album stellenweise einfach zu kühl. Einigen Songs hätte mehr einfach gut getan.

Für Fans dieser Richtung ist „Unter der Stadt“ aber unterm Strich kein Fehlkauf. Nur halt auch nicht das Juwel der Sammlung. Aber eine ordentliche CD, die niemals nervt. Nur halt viel Potential verschenkt. Zum Auflegen gibt diese Scheibe mit dem hässlichen Cover definitiv viel her. Auch wenn die Lyrik dadurch zu oft zu sehr in den Hintergrund gedrängt wird. Aber vielleicht empfinde das auch nur ich so.

01. Das Leben geht einfach weiter [ CABO DE GATA – Version ]
02. Danach [ Coverversion I. by ALS GODZILLA JAPAN Aß ]
03. Jeder neue Tag [ CABO DE GATA – Version ]

04. Danach [ Coverversion II. by ALS GODZILLA JAPAN Aß ]
05. Das Medikament [ ALS GODZILLA JAPAN Aß – RMX ]
06. Angst [ MIKE PALE – RMX ]
07. Der Biss [ STEFAN HEISE – RMX ]
08. Kindertotenlied [ SHADOW MINDS – RMX ]

09. Mein Blick ins Leere [ Coverversion by ALS GODZILLA JAPAN Aß ]
10. …eben Liebe [ Verzerrter RMX by ALS GODZILLA JAPAN Aß ]
11. Das Medikament [ Shaved Sheeps From Behind – RMX by CABO DE GATA ]

(fett gedruckt = Anspieltipps)


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