FAUN, 09.04.2010, Peterskirche, Leipzig


FAUNEs gibt sie einfach, diese Tage oder Wochen, an denen man seine Arbeit nicht nur einfach macht, sondern sich wirklich freut, dass man eben diesen Job und keinen anderen hat. Gestern war schon so ein Tag, ich war auf dem Dandelion Wine Acoustik Konzert, und für heute hatten sich FAUN in der Peterskirche in Leipzig angesagt. Und wer schon einmal ein Konzert in der Peterskirche miterleben durfte weiß, was für eine wunderschöne Akustik in dieser neugotischen Kirche herrscht. Also schon mal perfekte Voraussetzungen für ein Akustik Konzert mit einer hochqualitativen Gruppe wie Faun. Auch wenn ich mir im Vorfeld leichte Gedanken machte, ob Sandra Elflein die 2008 ausgeschiedene Elisabeth Pawelke auch auf so einem Konzert wirklich ersetzen können würde. Um es mal gleich vorweg zu nehmen: Sie konnte. Und hat spätestens jetzt bewiesen, dass sie ein hervorragender Ersatz und wohl auch eine Bereicherung für Faun ist.

Aber zurück zum eigentlichen zeitlichen Ablauf. Um halb 8 sind wir vor der Kirche gewesen, und ratet mal, wer uns da über den Weg läuft… genau, Naomi und Nicholas von Dandelion Wine ließen sich dieses Konzert ebenfalls nicht entgehen. Sie waren genau wie wir gespannt und freuten sich auf das uns bevorstehende Erlebnis.

FAUNZiemlich pünktlich um 20:01 ging es dann auch schon los. SaTyr und seine Truppe betraten den blau ausgeleuchteten Kanzelraum. Sie selber waren dann strahlend weiß ausgeleuchtet – für meinen und den Geschmack meiner Kamera etwas sehr stark. Aber auch das hatte seinen Grund, wie ich in einem späteren Gespräch erfahren durfte – doch dazu nachher mehr. Schließlich musste ich mich ja auch eine Zeit lang in Unwissenheit befinden.

Nach einer kurzen Einführung und Aufzählung der „Verhaltensregeln“ für die Dauer dieses Konzerts durch Oliver „SaTyr“ Pade (so wurde neben wildem Herumtanzen zum Beispiel Unzucht ausdrücklich verboten) legten sie dann auch gleich los. Glockenklare, schon fast engelsgleiche Gesänge begleitet von einer Vielzahl virtuos gespielter mittelalterlicher Instrumente – dafür stehen Faun. Und dass dies zu Recht so ist, bewiesen sie mit jedem einzelnen dargebotenen Lied.

FAUNSaTyr wusste zu jedem Lied oder Gesang einen kurzen Abriss des Inhalts und/oder eine kleine Geschichte zu erzählen. Sei es von einem Zwischenfall bei einem Lied, das sie in einer Tropfsteinhöhle in völliger Dunkelheit spielten und bei welchem sich der kleine Bogen von Oliver in dem Efeu am Mikrofon verhedderte und er so seinen Einsatz damals deutlich verpasste, sei es über die Herkunft und Entstehung eines Liedes oder eine Legendenerzählung wie die über den listigen Sigurd (auch als Drachentöter Siegfried bekannt) und die schöne Walküre Brynhild  – er erzählte so spannend, unterhaltsam und nett (im positivsten Sinne des Wortes), dass man schon fast traurig war, wenn wieder ein Lied begann.

Allerdings wirklich nur fast. Denn Oliver, Fiona, Sandra und Rüdiger spielten und sangen in absoluter Topform. Und dies schreibe ich nicht nur um alle, die nicht dabei sein konnten, neidisch zu machen, sondern auch, damit ihr euch freuen könnt. Denn das Konzert in Leipzig war nicht einfach nur ein Konzert, sondern gleichzeitig auch DAS Konzert, das als nächste Live-Doppel-CD geplant ist. Und die soll schon in 2-3 Monaten auf den Markt kommen. In meinen Augen schon jetzt ein absoluter Pflichtkauf – so viel kann man gar nicht vermixen, dass die CD nicht verdammt gut werden würde. Aber wir werden euch sicher frühzeitig noch mehr über die Veröffentlichung berichten können.

FAUNUnd damit noch nicht genug – denn hören ist zwar eine wunderschöne Sache, aber wir Menschen sind ja auch sehr visuell… und auch daran denken Faun und haben nicht nur den Ton aufgenommen, sondern dieses denkwürdige Konzert auch auf Film gebannt. Was nichts anderes bedeutet, als dass wir uns in 2-3 Monaten zwischen einer CD und einer DVD entscheiden müssen (oder halt gleich beide kaufen).

In diesem Zusammenhang eine kleine Bitte meinerseits: Beim Geschichten erzählen hatte sich Oliver hin und wieder ganz leicht verhaspelt – bitte schneidet das nicht raus! Lasst es auf der DVD, es machte euch neben der perfekten musikalischen Darbietung nur noch menschlicher.

Ja, was bleibt sonst noch zu sagen: Naomi von Dandelion Wine war, wie sie mir in einem Gespräch über dieses Konzert mitteilte, mindestens genauso wie wir von diesem Faun-Auftritt restlos begeistert (Naomi freudestrahlend: „It sounds so lovely.„), die Peterskirche in Leipzig sollte viel häufiger für Akustik-Konzerte genutzt werden und ich weiß, wofür hoffentlich nicht wenige Menschen in 2-3 Monaten sinnvoll etwas Geld investieren werden.

 

 

FAUN


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