PORTION CONTROL – Violently Alive


PORTION CONTROL – Violently Alive1980 wurde Portion Control im Süden Londons gegründet und man kann, wenn man sich das neu vorliegende Album Violently Alive angehört hat, definitiv nicht behaupten, dass die gestandenen Herren müde geworden wären. Im Gegenteil, Portion Control habens immer noch drauf und zeigen mit ihrer aktuellen Scheibe der Jugend, wo der EBM-Hammer hängt.

Aber fangen wir bei einer Ikone wie Portion Control weiter vorne an. Schließlich gibt es genug, die 1980 noch gar nicht auf Mutter Erde wandelten, geschweige denn Portion Control damals schon hören konnten. Die zwei sind, wie schon erwähnt, seit 1980 aktiv und gelten seit jeher als sehr experimentierfreudige und innovative Electro-Künstler, die sich allerdings nie in einer Idee verstricken. Leider konnten sie niemals den Status wie zum Beispiel Front 242 erreichen, und das obwohl, für mich, I Staggered Mentally aus dem Jahr 1982 bis heute eines der besten EBM / Industrial – Alben überhaupt ist. Man kann sowieso alles von Portion Control zwischen 1980 und dem 1986 erschienenen Psycho-Bod Saves The World als hervorragend, wenn nicht gar als herausragend bezeichnen. Leider löste sich die Band 1987 dann auf, was aber zum Glück nur eine 16 Jahre lange Pause bedeutete. 2004 kam mit Wellcome und einer neuen Plattenfirma nämlich wieder ein Lebenszeichen der 2 Londoner. Und seit dieser Zeit versorgten uns Portion Control immer wieder mit älterem Material oder Tracks, die im Laufe des Splits entstanden waren. Mit Violently Alive kommt also praktisch das erste echte, aktuelle Portion Control Album seit 1986 auf den Markt.

 

Und was für ein Album. Hard Rhythmic Electronics – so bezeichnen die 2 älteren Herren ihre Musik, und diese Bezeichnung passt wie die Faust aufs Auge. Portion Control haben nicht die Fehler anderer Größen nachgemacht. Es gibt keinen Techno wie von Front 242, es gibt keinen amerikanischen Industrialsound wie von Front Line Assembly – es gibt einfach tanzbare Beats mit harten Sequenzer-Riffs und John Whybrews unvergleichlichen Vocals. Violently Alive ist im besten Sinne ein Album Back to the Roots – ohne altbacken zu klingen. Denn natürlich spielen Portion Control sehr zeitgemäß. Zeitgemäßen, klaren, sauberen, ursprünglichen EBM/Industrial englischer Bauart eben.

Schon der Opener Icon ist ein vor Energie sprühender Stampfer, der schon mal gleich mächtig Dampf und Lust auf mehr macht. Und Portion Control geben uns mehr. Ich will gar nicht auf jeden Song einzeln eingehen, aber lasst euch so viel sagen: Portion Control haben immer noch einen kleinen Soundhappen in petto, wenn man schon gar nicht mehr damit rechnet. Und sie sprühen geradeso vor Ideen, Soundspielereien und eingängigen Tracks. Und doch sind sie immer gradlinig, schnell und sauber. Nach Nitzer Ebb gibt es mit dieser Portion Control Veröffentlichung dieses Jahr das 2te Album einer „alten“ Band, die der Jugend zeigt, wie man es richtig macht. Das Einzige, was man hoffen kann, ist, dass Piavani/Whybrew mit Violently Alive endlich den Status in der Szene bekommen, den sie schon verdammt lange verdient haben. Im Business haben sie ihn – was man auch an den Äußerungen von Depeche Mode, Skinny Puppy, Front Line Assembly, NiN und Orbital über Portion Control und ihrer Musik merkt.

Musikstil:
Industrial/EBM/Elektro

Bandmitglieder:
Dean Piavani – voice, electronics, visuals
John Whybrew – electronics, visuals

Gründungsjahr:
1980

Trackliste:
01. Icon
02. Relapse
03. Skull Kid
04. Amnesia
05. Blood Loss
06. Addiction Rising
07. Rise
08. Waste
09. Guided By My Fear
10. Extraction
11. Stealth
12. Swollen
13. You Hold Me Down

 

WWW-Links:

www.portion-control.net

www.myspace.com/porcon

 

 


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