THE GIRL AND THE ROBOT – The Beauty of Decay


THE GIRL AND THE ROBOT – The Beauty of DecayElectro Alben gibt es in der Szene mehr als Sand am Meer. Natürlich auch entsprechend viel Schrott. Leider viel mehr Schrott als halbwegs Anhörbares. Und jetzt macht auch noch Plastique von Welle:Erdball mit dem Schweden Deadbeat ein Electro-Album. Deadbeat… das lässt schlimmste Befürchtungen aufkommen. Aber was solls, denk‘ ich so bei mir, anhören muss ich es, schließlich will ich ja über die CD was schreiben – und das geht für mich nur, wenn man sich die CD auch wirklich anhört. Abgeschriebene/kopierte Pressetexte als Review gibt es schon viel zu oft.

Also rein mit The Beauty of Decay in den Player – und Kinnlade auf den Tisch. Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wann mich das letzte Mal ein Electro-Debüt-Album so schnell gefesselt hat. Das, was Plastique und Deadbeat hier abliefern, ist Electro-Pop vom Allerfeinsten.

 

The Girl And The Robot entführen uns auf die Tanzfläche mit Songs wie Whole oder Never Ever. Und schon bei diesen Tracks hört man die Stärke von The Girl And The Robot – flächige Synthesizer-Arrangements mit einer schönen, eingängigen Melodie sind das Gerüst, auf dem die ästhetisch-klare Stimme von Plastique ihren Charme entfalten kann und den Hörer zu fesseln vermag. Aber nicht nur Tanznummern gelingen The Girl And The Robot anscheinend spielend, nein, auch ruhige Pop-Balladen wie z.B. Crash Course In Hate fesseln einen vom ersten Ton an. Mal erinnert das deutsch-schwedische Duo ein bisschen an Schiller, unter anderem bei I Lost Control, um im nächsten Moment den geneigten Hörer in ein 80er-Jahre-Yello-Universum mit Tracks wie Please Stay oder auch Prayer zu entführen.

Auch wenn hier Stile wie New Wave, Electropop, Retro-Minimalismus und sogar Dance gekonnt durcheinander gewirbelt werden, so sind The Girl And The Robot doch immer eins: sich treu und jederzeit identifizierbar. Gerade dieser eigene, wiedererkennbare Stil fehlt doch sehr vielen Electro-Projekten. Abwechslungsreich, technisch und künstlerisch einfach gekonnt ohne jemals zu übertreiben – das ist Electro-Pop, wie er einfach sein sollte und bei The Girl And The Robot auch ist. Und deswegen ist The Girl And The Robot für mich auch eines der Electro-Highlights 2010.

Unterm Strich ist The Beauty of Decay zwar garantiert kein düsteres Album – aber definitiv eines, das Spaß macht und das man einfach immer wieder gerne hört. Eine klare Kaufempfehlung für alle, die mit mesh, Yello und Co was anfangen können.

Bandmembers:
Deadbeat
Plastique

Release-Date:
26.03.2010

Genre:
Electro / Minimalistisch / New Wave

Gründung:
2009

Trackliste:
01. Intro
02. Whole
03. I Lost Control
04. Never Ever
05. Please Stay
06. Crash Course in Hate
07. The Isle
08. I Will Always Be With You
09. Another Love
10. Flowers
11. Prayer
12. Shot

 

http://www.myspace.com/thegirlandtherobot

 

 



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