ABSURD MINDS *Partner-Interview*


Absurd MindsDieses Interview wurde zum Erscheinen des Albums „Serve Or Suffer“ im April 2010 mit Stefan und Timo von ABSURD MINDS geführt. Geführt hat das Interview unser Partner Promofabrik, wir veröffentlichen das gesamte Interview.

Euer neues Album trägt den Titel „Serve Or Suffer“ („Diene Oder Leide“). Welche Überlegungen stecken hinter dem Titel? Beschreibt der Albumtitel auch das Konzept des Albums und gibt inwieweit kann man den Titel politisch interpretieren?

Stefan: Wir wurden schon in diversen Interviews gefragt, was denn das Konzept des Albums sei. Dazu muss ich als erstes anmerken, dass „Serve or Suffer“ kein reines Konzeptalbum ist. Nicht alle Songs folgen einem übergeordneten Thema. Es gibt jedoch den Titelsong, den wir thematisch im Artwork aufgegriffen haben und nachdem wir dann auch ein visuelles Konzept für das Coverartwork, hauptsächlich in Form dieses fiesen, kleinen Charakters hatten, wurden wir wahrscheinlich unbewusst immer wieder auf dieses Thema zurückgeführt. Um auf deine Frage zurückzukommen. – Bei Serve or Suffer geht es natürlich nicht um SM-Platitüden, sondern es geht speziell im Titelsong um Macht und um eingeschränkte Freiheiten. Rousseau fordert im Gesellschaftsvertrag die Selbstaufgabe des Individuums zu Gunsten der Gesellschaft. Die menschliche Natur passt jedoch nicht richtig zu diesen Gedanken, auch wenn sie teilweise lobenswert sind. Marx hat das ja auch schon mal gewollt, und das ist mächtig daneben gegangen. Die Praxis solcher Theorien sieht dann oftmals so aus, dass einem scheinbaren Möglichkeiten oder Alternativen aufgetischt werden die nur einem Zweck dienen, – dich ausreichend klein zu halten. Wir hier im Osten können uns daran noch gut erinnern und erkennen auch Parallelen in anderen Gesellschaftsordnungen.

Die Songs, die sich um das Thema Macht und ihre Facetten drehen, sind in der Tat politisch interpretierbar, denn bei der Politik geht es bekanntermaßen darum, wie man Macht bekommt, sich an ihr hält und von ihr Gebrauch macht. Generell verstehen wir uns aber nicht als Band der politischen Statements. Es gibt immer mehrere Ebenen, wie man einen Text verstehen kann, nicht nur die politische.

Der gleichnamige Song „Serve Or Suffer“ kommt sehr clublastig daher und verspricht Tanzgarantie. Ist dieser von euch als Clubhit geplant gewesen?

Stefan: So was kann man schlecht steuern. Wenn wir das Geheimrezept zur Generierung eines Szenehits hätten, wären wir wahrscheinlich kommerziell erfolgreicher. Vieles geschieht intuitiv und folgt nicht Algorithmen, die man einfach abarbeitet.

Wer hat das interessante Artwork gemacht und welche Aussage steckt dahinter?

Stefan: Für das Artwork von Absurd Minds, bin ich von Anfang an zuständig. Bei diesem Album erhielt ich jedoch Unterstützung von Franziska Franke, einer sehr talentierten Künstlerin, die im Bereich Conceptart, Matte Painting und Texturing für diverse Spiele bzw. Filme tätig ist. Die beiden Grafiken im Innenteil des Digipaks setzte sie nach meinen Vorgaben um.

Auf dem Album bekommt man eine Cover-Version des Escape With Romeo-Klassikers „Somebody“ zu hören. Wie kommt man auf die Idee, einem gitarrenlastigen Song ein elektronisches Gewand zu geben?

Stefan: Andere Frage: Warum sollte man dies nicht tun? Dies ist ja innerhalb der Szene schon oft passiert. Uns hat der Song und seine Stimmung, die er transportiert, gefallen. Ich hab ihn für mich wiederentdeckt und mir gedacht, das will ich auch mal interpretieren.

Wie wichtig ist euch der Kontakt zu den Fans?

Timo: Für jeden Künstler, Musiker, Maler etc., ist die Anerkennung seiner Arbeit das Allerwichtigste, denn es ist Motivation zur Fortsetzung und legitimiert seine Form des Schaffens.
Es ist eine Symbiose, ein System, dem wir auch angehören.
Wir wünschen uns für die Zukunft einen regeren Kontakt zu den Menschen, die unsere Musik mögen, sind für Kritik und Lob offen, denn jede Form eines Feedbacks ist lehrreich und fruchtbar.
Wir haben oft das Gefühl, dass die Menschen sich nicht trauen uns anzusprechen und möchten auf diesem Wege alle ermuntern es zu tun, denn wir beißen nicht und sind im Allgemeinen ganz umgänglich.

Auf eurer Webseite kann man nachlesen, dass eure Bühnenkleidung aus dem „Abaddon Mystic Store“ kommt. Was kannst du uns zu dieser Kooperation erzählen?

Timo: David, den Besitzer vom Abaddon, kennen wir schon sehr lange. Er lebt genau wie wir in Dresden und hat auch hier sein Geschäft.
Im Zuge der Veröffentlichung unserer EP „The Cycle“ bot er uns 2006/2007 eine
Zusammenarbeit in Form eines Sponsoring an, die wir auch in Zukunft fortsetzen wollen.

4 Jahre sind seit dem letzten Release „The Cycle“ vergangen. Davor wart ihr wesentlich produktiver. Warum jetzt die lange Pause?

Timo: Innerhalb der letzten 4 Jahre haben in unserem Berufsleben einschneidende Veränderungen stattgefunden. Wir haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.
Damit schrumpft die zur Verfügung stehende Zeit gewaltig, da man geschäftlich rund um die Uhr am Ball bleiben muss.

Nach eigener Aussage habt ihr „Zum ersten Mal ein Album von der ersten Note bis zum Endprodukt ohne fremde Dienstleistung produziert.“ Wie war das? Bleibt ihr jetzt unabhängig?

Timo: Serve or Suffer ist tatsächlich unser erstes selbst produziertes Album, jedoch nicht die erste Arbeit, die zu 100% in unserer Hand lag. Bei „The Cycle“ war das auch schon so. Wir haben im Laufe der Jahre genug Equipment und Know-How gesammelt, um diesen Schritt wagen zu können und sind mit dem Ergebnis zufrieden.
Wir haben seit einigen Jahren ein eigenes Studio, wo wir auch für andere Bands mixen und mastern und möchten das auch in Zukunft tun.
Ein eigenes Studio hat den Vorteil, dass einem die Zeit nicht so im Nacken sitzt, und die bedeutet bekanntlich Geld. Man kann im Produktionsprozess Dinge überdenken, ausprobieren und sich ohne Druck für etwas entscheiden.

Ihr habt in diesem Jahr 15-jähriges Band-Jubiläum. Wie beurteilt ihr eure eigene Entwicklung?

Timo: 15 Jahre sind eine lange Zeit, jedoch war uns gar nicht bewußt, dass mittlerweile 10 Jahre vergangen sind, seit unser erstes Werk das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat.
Das ist natürlich ein Grund zu feiern, aber wir werden das nicht in unserem kleinen Kreis tun.
Sollte jemand den Wunsch verspüren das mit uns zusammen tun zu wollen, soll er sich melden.
Vielleicht ein Veranstalter oder die Menschen, die wir treffen z. B. auf unseren Konzerten.
Ansonsten möchten wir das Erscheinen unseres Albums nutzen, in der Öffentlichkeit präsenter zu sein. Da sind einige Sachen in Planung. Genaueres gibt es zu erfahren, wenn es soweit ist.
Die letzten zehn Jahre waren eine interessante Erfahrung. Die Anfänge waren sicherlich geprägt von Unsicherheit aber auch Enthusiasmus und dem Ausprobieren von Dingen, die unweigerlich mit dem Musik machen verbunden sind. Wir haben an Sicherheit und Erfahrung gewonnen. Unsere technischen Möglichkeiten haben sich verbessert und auch unsere Musik ist reifer worden.
Man kann uns mittlerweile schon zu den alten Hasen zählen und wir möchten mit der Musik noch älter werden.

Ihr macht jetzt zusammen 15 Jahre Musik. Schweißt das zusammen oder gibt es auch mal
Differenzen, weil Jemand etwas weiter entwickeln und in eine ganz andere Richtung gehen
will?

Timo: Immer dann, wenn Menschen zusammen einen Weg beschreiten, ein gemeinsames Ziel vor Augen haben, gibt es auch Momente, wo Meinungen divergieren.
Da wir uns als Freunde begegnen, wiegen diese Differenzen jedoch nicht schwer und ein Konsens war und ist immer möglich.

Nach welchen Kriterien entscheidet ihr, ob ein Song deutsch oder englisch wird?

Stefan: Die favorisierte Sprache war und ist bei Absurd Minds stets Englisch. Sie ist international und für mich besser innerhalb eines Songs zu handeln. Das bezieht sich auf  Rhythmik und Reim- bzw. Versmaß. Deutsche Songs platzen immer aus den Nähten, weil darin soviel gebabbelt wird. Die Wortdichte ist größer und der Song kann schlecht atmen. So empfinde ich es zumindest. Es gibt natürlich auch hervorragende deutsche Songs. Unser Szenehit „Herzlos“ war ja schließlich auch in unserer Muttersprache vorgetragen.

Habt ihr noch ein abschließende Worte?

Timo: Wir wollen die Chance nutzen, alle zu grüßen und um Danke zu sagen, mit denen wir schon seit Jahren zusammen arbeiten und in Freundschaft verbunden sind: Frank von unserem Label Scanner, Peddy von unserer Bookingagentur neuwerk Music Management, Alex und Alice, unsere Lightoperator, Left und Thomas, unsere Soundengineers, David vom Abbadon, Nick und JP von Legacy of Music, mit denen wir auf der Bühne zusammenarbeiten und natürlich alle, die uns unterstützen und die, die unsere Musik mögen.
DANKE, DANKE, DANKE.

Absurd Minds @ www:
www.absurdminds.de
www.myspace.com/absurdminds

Interview: Astrid Kerber & Dietmar Fels


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