B.O.S.C.H. *Partner-Interview*


boschDieses Interview wurde mit b.o.s.c.h. im April 2010 durch unseren Partner PromoFabrik geführt. Hier der komplette Textlaut:

Hallo Jungs, schön, dass wir heute ein wenig über „b.o.s.c.h.“ und euer neues Album „Einsam“ plaudern können. Ich würde sagen, wir legen auch gleich mal damit los … Bosch, …. das erinnert sehr an Bohrmaschinen und ähnliche Gerätschaften. Allerdings sind bei euch die Buchstaben durch Punkte getrennt.
Was verbirgt sich hinter diesem Namen?

Lutz: An dieser Stelle lassen wir mal Raum für Interpretation. Vielleicht geben wir irgendwann mal bekannt, wofür die Abkürzung steht. Doch zum jetzigen Zeitpunkt wäre es noch zu früh dafür.

Hört man sich die Songs auf MySpace an und natürlich auch die vom aktuellen Album „Einsam“ so kommen einem Vergleiche wie Rammstein, Eisbrecher und Megaherz in den Sinn. Habt ihr euch bewusst diese Deutsch-Metal-Industrial-Nische ausgesucht?

Lutz: Das einzige, worauf wir uns festgelegt haben, sind die deutschen Texte. Bei der Musik haben wir uns nie festgelegt oder eine bestimmte Richtung anvisiert. Wir sind völlig offen, was neue Songideen angeht und jeder versucht sich irgendwie einzubringen. Momentan entsteht dabei der Sound, der auf „einsam“ zu hören ist.

Die Gründungsmitglieder von b.o.s.c.h. sind Kai und Lutz. Es gehören doch aber noch ein paar mehr Jungs zur Truppe. Welche sind deren Bereiche?

Lutz: Zu b.o.s.c.h. gehören noch unser Sänger Max, Ledde an der Gitarre und Dirk am Bass.

Eure Musik verbindet handgemachte mit computergenerierten Sounds. Wer macht denn was bei euch?

Lutz: Auf der Bühne bedienen wir alle eher den handgemachten Part. Max und Kai teilen sich die Vocals, Ledde spielt Gitarre, Dirk Bass und ich die Drums. Für die elektronischen Elemente sind Kai mit Synthesizer und Sampler und ich, ebenfalls Sampler, verantwortlich. Im Studio sind wir da nicht so festgelegt und die tauschen die Instrumente auch mal durch.

Und wer schreibt die Texte?

Lutz: Die Texte entwickeln wir meist spontan im Studio in gemeinschaftlicher Arbeit.

Was beeinflusst euch beim Schreiben der Songs und der Texte?

Lutz: Jeder von uns hat unterschiedliche musikalische Vorlieben. Da gibt es von Jazz über Hiphop und EBM bis hin zum extremsten Grindcore viele Bands und Stile, die unser Songwriting beeinflussen. Bei den Texten lassen wir uns hauptsächlich von unserem Umfeld inspirieren.

Gehen wir einmal ein Stück zurück… Eure Bandbio liest sich wirklich sehr gut und sie ist durchweg interessant. Wie könnt ihr eure Anfangszeit noch mal in Kurzformat an unsere Leser / Hörer kommunizieren?

Lutz: b.o.s.c.h. war ursprünglich ein Nebenprojekt von Kai und mir. Wir waren beide schon immer Fans von computergenerierter Musik und haben uns während eines gemeinsamen Konzertes mit unseren damaligen Bands einfach mal verabredet. Es entstanden erste Songs, die wir dann später aus einer Laune heraus auch live vorgetragen haben. Das kam ziemlich gut an und es folgten weitere Konzerte und neue Songs. Nach der Veröffentlichung einiger Songs auf Myspace , gab es ein enormes Feedback und wir haben b.o.s.c.h. von da an als Hauptprojekt gesehen und die anderen Jungs mit ins Boot geholt.    

Ihr hattet, wie du soeben erwähnt hast, von Anfang auch schon einiges an Live-Auftritten. Bezeichnet ihr euch mehr als Studioband oder seid ihr doch lieber und mehr auf der Bühne unterwegs.

Lutz: Ursprünglich war b.o.s.c.h. ja ein reines Studioprojekt. Wir hatten gar nicht geplant unsere Musik live vorzutragen. Die Auftritte kamen für uns eher zufällig. Live war die Umsetzung der Songs als Duo eher ein Kompromiss und hatte deswegen auch nicht so die Priorität wie die Arbeit im Studio. Nachdem die anderen Jungs dazugekommen waren, mussten wir uns live nicht mehr einschränken und konnten die Songs so präsentieren, wie sie es verdient hatten. Seit dem lieben wir es, auf der Bühne zu stehen. Der direkte Kontakt zum Publikum motiviert uns extrem.

Ihr habt ja nun gerade auch einen großen Sprung hinter euch, nämlich der zum Label „Major Records“, die ja u. a. auch für Nitzer Ebb oder beispw. Ladytron verantwortlich sind. Seid ihr auf das Label zugegangen oder wurdet ihr quasi entdeckt.

Lutz: Hayo hat uns bei Myspace entdeckt und uns kontaktiert. Wir haben uns getroffen, kennen gelernt und die Zusammenarbeit war perfekt.

Und wie fühlt man sich nun mit solch einem starken Label im Rücken?

Lutz: Bestens. Wir können uns echt glücklich schätzen, dass wir so ein kompetentes und ehrliches Label im Hintergrund haben.

Das Cover von „Einsam“ ist echt schick! Wer hatte hierfür die Idee und wer hat es letztendlich umgesetzt?

Lutz: Das Coverfoto ist von Circle 23, einem befreundeten Fotokünstler aus den USA. Das Foto zeigt die Performancekünstlerin Kali, ebenfalls aus den Staaten und mittlerweile auch eine gute Freundin von uns.

Wenn man das Coverbild anschaut und sich den Titel „Einsam“ dazu durch den Kopf gehen lässt, denkt man schnell an so etwas wie „Hängen gelassen“. Liege ich da richtig oder befinde ich mich mit meinen Überlegungen komplett auf dem Holzweg?

Lutz: Da liegst Du richtig. Als wir das Bild zum ersten Mal gesehen haben, kam für uns kein anderer Titel in Frage. Der Song mit seinem technoid-morbiden Feeling wird von dem Bild eins zu eins wiedergegeben.

So nun  aber zu den einzelnen Songs. Ich greife nun wahllos einfach einmal ein paar heraus und ihr erzählt einfach mal ein bisschen etwas darüber…

„God“ – Der Texttitel ist englisch, die Samples auch, der Text ist aber deutsch. Welcher Sinn verbirgt sich hinter dieser Mischung?

Lutz: God ist ein älterer Song, der in seiner ursprünglichen Fassung ein Instrumental
war. Wir haben erst später einen Text dafür geschrieben, wollten aber aufgrund des englischen Samples nicht auf einen deutschen Text verzichten.

Der Titelsong „Einsam“… Inwieweit hat dieser mit den anderen Texten zu tun oder gibt es da keine Verbindung?

Lutz: Abgesehen von der Grundstimmung, die bei allen Texten ziemlich dunkel, böse und depressiv ist, haben die Songs keine direkte Verbindung im Sinne eines Konzeptalbums miteinander.

Warum wurde das Album ausgerechnet nach diesem Titel benannt? Es hätte doch genauso gut „Schmerz“, „Spiegel“, „Ratten“, „Abwärts“ usw. heißen können…

Lutz: In vielen Texten geht es indirekt um das Alleinsein oder ausgegrenzt sein, jedoch war das Covermotiv letztendlich ausschlaggebend für den Titel.

Jetzt beim Aufzählen einzelner Titel, fällt mir auf, dass alle Titel jeweils aus nur ein Wort bestehen. Hat das einen bestimmten Grund?

Lutz: Kurze und pregnante Lines sagen meist viel mehr als Unmengen an Text. Kurze direkte Aussagen lassen uns mehr Raum für die Musik.

Kommen wir noch zu dem Titel „Mehr“, welcher sehr elektronisch beginnt und bei welchem es scheint, dass die Gitarren sich eher um den Elektrosound bewegen, als anders herum. Was könnt ihr uns zu diesem Stück berichten?

Lutz: Bei diesem Song war der Synthiethema die ursprüngliche Idee und wir haben alles andere um dieses Thema herum arrangiert. Manche Songs sind auf diese Art und Weise entstanden, anderen Songs basieren auf einem Gitarrenriff.

„Neon“ wie lässt sich dieser Begriff mit eurem Sound verbinden?

Lutz: Neonlicht ist technoid, morbide und kalt, es lässt keinerlei Wärme und positive Gedanken zu. Unsere Musik soll eine ähnliche Stimmung beim Zuhörer auslösen.

Der Song „Spiegel“ ist sehr verspielt, experimentell und eine Mischung aus verschiedenen Stilelementen an sich. Warum erkennt der Spiegel einen nicht mehr wieder?

Lutz: Spiegel ein Hybrid aus Rock und elektronischer Musik, bei dem beide Elemente gleichberechtigt koexistieren. Der Text nimmt dieses Thema auf und lässt den Protagonisten durch den Spiegel zu seinem anderen, dunklen Ich sprechen. Er muss feststellen, daß er zwei Seelen in sich vereint, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Eine kleine Homage an Jekyll & Hyde.  

„Ratten“ beginnt ähnlich verspielt wie „Spiegel“, dazu die rauen Vocals und fetten Gitarrenriffs. Dann wieder melodische Breaks,… Erzählt einfach mal, was hier so dahinter steckt.

Lutz: Wie bei „mehr“ war hier das Elektrothema die Ursprungsidee. In einer früheren Version hatte der Song eine Länge von ca. 15 Minuten. Wir haben dann den Elektropart in der Mitte enorm gekürzt um den Song auch Live umsetzen zu können. Wer weiß, vielleicht bringen wir die fast rein elektronische Ursprungsversion mal als Remix raus?

Gibt es ein bestimmtes Schema, nach welchem ihr die Reihenfolge der Songs ausgewählt habt?

Lutz: Nein, wir haben einfach versucht eine Reihenfolge zu finden, die unserer Meinung nach den besten Flow hat. Dabei konnten wir auch auf unsere Konzerte zurückgreifen, bei denen wir viel mit unterschiedlichen Setlists experimentiert haben.

Mein absolutes Lieblingsstück und irgendwie das I-Tüpfelchen ist „Abwärts“, was meint ihr, woran könnte das liegen?

Lutz: Abwärts ist eine sehr rockige Nummer mit starker Melodie und großem Finale, wobei der Aufbau eher ungewöhnlich ist. Genau die richtige Nummer um das Album abzuschließen.

Vorhin haben wir schon einmal kurz auf die Bandbio zurückgegriffen, nun möchte ich noch einmal auf diese zurückkommen. Denn diese macht beim Lesen echt totalen Heißhunger darauf, was man mit und bei euch LIVE erlebt. Man kann euch hören, sehen und fühlen… Das sind ja gleich drei Dinge auf einmal… Erklärt uns das bitte noch kurz.

Lutz: Wir versuchen das Feeling unserer Songs auch optisch zu vermitteln, denn für uns ist die Optik mindestens genauso wichtig, wie die Musik. Allerdings hängt das immer von der jeweiligen Veranstaltung und den technischen Mitteln ab. Im Idealfall haben wir perfekt abgestimmte Lichttechnik, viel Nebel und permanente Videoanimation auf mehreren Monitoren oder auf einer Leinwand hinter der Bühne. Wir selbst gehen geschminkt und mit passendem Outfit auf die Bretter.   

Und da wir gerade vom Live-Spielen reden… Wo und wann bekommt man euch demnächst zu Gesicht?

Lutz: Am 28.5. supporten wir Oomph in Wilhelmshaven, dann wäre da z.B. noch das Dithmarscher Rockfestival im August.

Was ist das Peinlichste, was euch während eures Band-Daseins passiert ist?

Lutz: Wir waren für die Dreharbeiten zu einen Film mit Martin Semmelrogge gebucht und haben dort einen Song auf dem Pranger eines Burghofes performt. Nach den Dreharbeiten wollten wir schnell los, da wir noch ne Menge Kilometer zu reißen hatten. Blöderweise ist das Licht von unserem Transporter ausgefallen und wir mussten nachts voll geschminkt Ersatzbirnen an einer gut besuchten Tanke kaufen. Hast Du schon mal versucht, eine Birne bei neuen Fahrzeugen zu wechseln? 5 böse Jungs standen also eine geschlagene Stunde vor der geöffneten Motorhaube und haben sich zum Gespött der Leute gemacht – PEINLICH

Gibt es etwas, womit ihr im Leben nicht gerechnet hättet? Wenn ja, was?

Lutz: Definitiv das Feedback zu unseren Songs auf Myspace. Gerade mit den vielen internationalen Anfragen haben wir nicht gerechnet. Auch, dass wir als einzige deutschsprachige Band vom Rolling Stone unter die besten Bands auf Myspace gewählt wurden, haben wir so nicht erwartet.

Habt ihr denn noch irgendetwas auf dem Herzen, was ihr loswerden möchtet?
Ein paar abschließende Worte oder Wünsche??

Lutz: Wir wünschen uns natürlich, dass unser Album gut bei den Leuten ankommt. Auch wollen wir uns bei allen bedanken, die uns so tatkräftig unterstützt haben.
Lauter-Tiefer-Härter
b.o.s.c.h.

Vielen Dank für das Interview und ganz viel Erfolg mit „Einsam“ und allem euren zukünftigen Vorhaben.

Lutz: Vielen Dank!

b.o.s.c.h. @ MySpace
www.myspace.com/boschmusic2


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