SWEET SISTER PAIN – The seven seas of blood and honey


the seven seas of blood an honeyDa gibt es CDs, die von einer Plattenfirma ganz groß angekündigt werden, so mit spezieller Pressehülle, vielen eMails und und und … und sie entpuppen sich als absolut perfekt für Ablage P(apierkorb). Und manchmal kommt einfach so eine CD ins Haus geschneit mit einem kleinen Zettelchen dabei ohne groß Aufsehen erhaschen zu wollen. „The Seven Seas of Blood and Honey“ von Sweet Sister Pain ist so eine CD. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen CDs, die so unscheinbar zugeschickt werden, schafft es Sweet Sister Pain mehr als nur aufhorchen zu lassen. Kaum hat man die Scheibe von dem Trio im Player, verändert sich die Welt um einen herum – das Licht wird weicher, alle um einen herum bewegen sich etwas langsamer und geschmeidiger und es erfasst einen eine gewisse Melancholie.

Und das ist ein Erstlingswerk? Jein (es gab schon die „digital bohème“-CD, die aber eigentlich nur eine EP war) und – aber… Die drei Musiker sind alles andere als Neulinge. Gunther Laudahn (Stimme, Gitarren und Programmierung) war z.B. schon Musiker und/oder Remixer für Sarah Brightman oder Gregorian. Charlotte Kracht (Stimme und Violoncello) hat schon mit Lacrimosa oder Eden zusammengearbeitet, und last but not least konnte Rudolph Naomi (Schlagzeug) unter anderem bei KMFDM und Girls under Glass Erfahrungen sammeln. Und dieses angedeutete hohe Niveau können die 3 auf „The Seven Seas of Blood and Honey“ auch voll und ganz erfüllen.

Fast eine Stunde umfassen die 19 Songs ihres eigentlichen Debütalbums – eine Stunde voller wunderbarer Träumerei. Wobei 12 „vollwertige“ Lieder von 7 wunderbaren Zwischenspielen umrahmt werden. Schon der Opener „mare frigoris“ weist den Weg, den die komplette CD nie wieder verlässt: dunkel, romantisch und dramatisch, aber nicht in Klischees oder kurzweilige Trends abfallend.

Hier spielen Musiker auf höchstem Niveau. Und da ist es vollkommen egal, ob es um eigene Stücke geht oder ob Meisterwerke wie Chopins Trauermarsch oder Schuberts Wiegenlied adaptiert werden. Edgar Allen Poes Annabel Lee wird vertont, als ob es niemals für etwas Anderes vorgesehen wäre, und auch der japanische Klassiker „ue o muite arukō“ passt sich in der Version von Sweet Sister Pain harmonisch ins komplette Album ein.

Die, für mich, größte Überraschung ist jedoch das Tears For Fears-Cover „Mad World“, das sich zwar eindeutig stärker an der Donnie Darko-Version von Gary Jules orientiert als am Original von Roland Orzabal, aber trotzdem definitiv eine eigenständige und extrem gut gelungene Version dieses Klassikers darstellt. Für mich gehört die Fassung von Sweet Sister Pain zu den 3 besten Versionen (inklusive der Originalfassung) dieses extrem oft gecoverten Songs.

Insgesamt ist „The Seven Seas of Blood and Honey“ die perfekte CD für ruhige Stunden – oder für solche, die es werden sollen. Ein romantischeres Album, das in sich so stimmig und perfekt produziert ist, kam dieses Jahr noch nicht auf den Markt. Meine Empfehlung: CD einlegen, es sich ganz gemütlich machen und die Klänge wirken lassen.

Tracklist:
01 mare frigoris
02 the age of anger
03 hush hush
04 mare crisium
05 ue o muite arukō (Sukiyaki)
06 mare imbrium
07 off with your head
08 the truth in minor
09 illusions
10 lacus somniorum
11 mad world
12 mare nectaris
13 waterworld
14 mare undarum
15 annabel lee
16 mare marginis
17 solitude
18 summerwind
19 the truth in minor (KMFDM remix)

 

http://www.sweetsisterpain.de/
http://www.myspace.com/sweetsisterpain

 

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