NOVA-SPES – Leben ist Krieg


Nova-Spes - Leben ist KriegDas aktuelle Nova-Spes Album „Leben ist Krieg“ ist nicht nur bei Bruno Kramms Label Dance Macabre erschienen, nein, der Meister hat auch das Mastering höchstselbst übernommen. Dies dürfte der schon über 10 Jahre alten Band, die immer noch eher ein Geheimtipp ist, einen gewissen Beachtungsgrad garantieren.

Wie hört sich „Leben ist Krieg“ aber eigentlich an? Nun, dank ordentlichen, modernen Electro Sounds, die selten mal in Synthiepop abrutschen, und das Ganze handwerklich wirklich gut umgesetzt, hinterlassen Nova-Spes musikalisch eher einen positiven Eindruck. Glücklicherweise verzichten Matthias Hübner, Steffen Pöhler und Peter Walter auf allzu starke technoide Einflüsse, ohne die Tanzbarkeit aus den Augen zu verlieren. Insbesondere der Titelsong „Leben ist Krieg“, aber auch „Always Death“ oder „Perfect Days“ eignen sich für die Clubs.

Nova-Spes versuchen mit „Leben ist Krieg“, obwohl es ausdrücklich kein Konzept-Album sein soll, eine Message rüberzubringen. „Wir kämpfen jeden Tag. Nicht ums Überleben, wie es vielleicht am Anfang der Menschheitsgeschichte der Fall war. Nein, wir kämpfen heute um die Art und Weise, zu leben„, so Matthias Hübner. Es geht um die grausamen, harten Seite des Lebens. Dieser inhaltliche Anspruch und so einige Textpassagen bieten durchaus spannende und bemerkenswerte Ansätze. Leider wird „Leben ist Krieg“ zum Großteil diesem eigenen Anspruch nicht gerecht. Wenn ich zum gefühlt quadrillionstenmal höre, dass der Mensch ein Tumor ist, dann ist das weder interessant noch witzig, es ist einfach nur noch eine alte, platte Pseudo-Provokation. Was aber viel negativer als solche poetischen Ausrutscher in Belanglosigkeit wirkt, ist der Gesang. Mal damit angefangen, dass es eigentlich kein Gesang ist. Der monotone Mehr-Sprech-Als-Gesang, bei dem die größte Abwechslung der Wechsel zwischen deutsch und englisch ist, wirkt auf Dauer nicht nur langweilig, sondern einschläfernd. Dieser Punkt, die manchmal zu platten Textpassagen und die insgesamt etwas zu ideenlose Musikuntermalung lassen das neue Nova-Spes Album kein Meisterwerk werden. Ja, es ist melodiöse Synth-Musik. Aber irgendwie hat man alles schon mal gehört, jeweils ein kleines bisschen besser. „Leben ist Krieg“ ist nicht das Album des Jahres geworden, es ist ein gutes Album, an dem es handwerklich absolut nichts auszusetzen gibt.

Ein paar Tracks können sogar richtig punkten. So kommt „Burnout“ komplett ohne stimmliche Begleitung aus – und schon haben wir einen der stärksten Tracks dieses Albums. Aber auch „F… shit“ oder „Always Death“ sind wirklich kleine Perlen, die absolut überzeugen können, selbst als Gesamtbild.

Unterm Strich ist es jedoch so, dass Nova-Spes mit „Leben ist Krieg“ keinen echten Grund abliefern, das Album zu kaufen. Irgendwie sind die meisten Tracks etwas zu belanglos, zu seelenlos wirkend. Handwerklich musikalisch wirklich ordentlich, aber der berühmte Funke will, wenigstens bei mir, nicht überspringen. So bleibt es ein nettes, kleines Album einer Band, die einen gewissen Beachtungsgrad verdient hat. Reinhören kann man mal, vielleicht empfindet der Eine oder Andere die von mir negativ angeführten Punkte als gar nicht so übel. Ich finde, dass ich alles irgendwie schon mal gehört habe, und irgendwie auch jedesmal eine Spur besser. Deswegen kann ich nicht mehr als 6 von 10 Punkten geben.NOVA-SPES

Nova-Spes – Leben ist Krieg

6 von 10 Punkten

Tracklist:
1 Fire
2 Leben ist Krieg
3 I want…
4 Nach vorn
5 Burnout
6 Always death
7 Perfect days
8 Machines in front
9 Hide our malice
10 F… shit
11 On the way to…
12 …genocide
13 Wir stehlen euch die Zeit
14 Lose control (Bonus (Hidden) Track)


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