UBERBYTE – Five Year Plan


UBERBYTE - Five Year PlanDer Shitstorm um Joachim Witt hat sich etwas gelegt, keine Ahnung, über was aktuell gemeckert wird, vielleicht über die Temperaturen in Deutschland. Einen wichtigen, eiligen Kundenauftrag hab‘ ich auch fertiggestellt – es ist endlich wieder Zeit, eine Review zu schreiben. Und die geht heute über UBERBYTEs neue CD „Five Year Plan“ – an der es nichts zu meckern gibt. Am einfachsten ist es, ich mache eine Track-für-Track Review. Warum? Nun ja, UBERBYTE hat mit „Five Year Plan“ einfach ein recht abwechslungsreiches EBM/Industrial Album vorgelegt. Ich habe mir das Album jetzt 4mal angehört – und ich muss sagen, es wird jedesmal besser. Also macht die Ohren auf und hört die Songs nicht nur einmal oberflächlich – auch wenn es auf dem Album einige gibt, die sofort gefallen.

Sheffield’s Finest: Das ist ein Song, wie wir UBERBYTE kennen. Der Song ist klar, hell und einfach toll. Put your hands up for Sheffield’s finest – und genau so geht er ab. Hände hoch zum Mitklatschen, Mitspringen und Mitgröhlen. Industrial Party Dance. Scharf und glänzend wie der Stahl und die Messer, für die Sheffield mal berühmt war.

Archetype: Scheibe, sind das UBERBYTE oder doch VNV Nation? Schwebende Synthis, Uberman singt richtig gut – so was hätte ich nicht von UBERBYTE erwartet. Der Song bleibt haften, auch wenn er schon lange ausgeklungen ist. Tolles Ding!

Jump Into Hell: Naja, der Song klingt irgendwie nach kommerzieller Single. Ein austauschbares Produkt, könnten unheimlich viele Bands veröffentlichen. Immer wieder „jump, jump, jump“, ein ordentlicher, andauernd gehörter Beat und ein paar nette Synth-Sounds, die ihre beste Zeit auch schon lange hinter sich haben, machen noch lange keinen guten Song. Jump Into Hell ist leider eine Bestätigung dieser Aussage – als Single im Radio könnte der Song aber durchaus erfolgreich sein.

We Like The Bass: „We like the Bass. The voodoo fucking bass. The boom filthy bass in your motherfucking face.“ Okay, jetzt dürft ihr verwirrt sein. Immer wieder „we like the bass“, ein ordentlicher, wenn auch nicht ganz origineller Beat und ein paar nette Synth-Sounds, die ihre beste Zeit auch schon hinter sich haben, können, wenn sie so gut zusammenspielen wie hier, einen verdammt guten Song machen. Und dieser könnte im gleichen Radio wie „Jump Into Hell“ noch viel erfolgreicher sein.

Summer: Mist, grad knallten UBERBYTE mit „We like the bass“ noch richtig rein und was kommt dann? Der nächste Track, der einem um die Ohren gehauen wird? Der nächste Song in VNV Nation Manier? Definitiv nicht. Wenn Snap, Corona, Culture Beat und wie die ganzen 90s Dance Acts noch hießen heute Musik machen würden – dann könnten sie sich so anhören. Lauren Kroth von Panzer AG ist bei diesem Song mit dabei, und versteht mich nicht falsch: der Song ist nicht schlecht. Laurens Gesang ist toll und der Track ist fürs Radio vielleicht sogar der beste vom Album „Five Year Plan“. Uberbyte können mit diesem Track sicher jede Tanzfläche füllen. Aber so was hätte ich niemals auf einem UBERBYTE-Album erwartet, auch wenn es irgendwie echt gut ist.

The Serpent and The Dove: Beim ersten Hören des Longplayers hatte ich jetzt keinerlei Erwartungen mehr. Alles, aber auch wirklich alles, schien mir möglich. Aber auch dieser Track ist wieder rundum gelungen. „Love ist the law“ und Uberman und Ubergirl singen sich abwechselnd fast in einen Rausch von Gefühlen, was perfekt zu der ansteigenden Energie des Songs passt – bis er schließlich ganz ruhig mit Synth-Waves und Pianoklängen langsam entschwindet. Wieder eine klangliche Überraschung, wieder richtig gut.

Threadhead: Jeah, Dancefloor pur. Ein genialer Beat, tolle, kreative Sounds und Synthies. Wer nicht weiß, was ein Tanzflächenfüller ist, der sollte sich diesen Track reinziehen. Mehr davon!

Come Undone:  Dieser Song beginnt mit ein paar Cyber Sounds, die aber relativ schnell einem ansteckenden Beat Platz machen müssen. „Come Undone“ ist eine kleine Perle, die nicht unbedingt beim ersten Mal zündet. Aber man möchte einfach mittanzen, und das ist ja auch schon mal was.

Cthulu Waits: Definitiv dunkler als alle vorherigen Tracks. Für mich aber das Highlight auf der Cd, mittlerweile. Eine Mischung aus Industrial, Trance und Goa. Eine Mischung, die alles von den genannten Stilen ist, und dennoch kann man den Song nicht als Industrial, Trance oder Goa bezeichnen. Aber definitiv hörens- und erlebenswert!

Unified: So wie „Archetype“ mich an VNV Nation erinnert haben, so erinnert mich „Unified“ an Covenant. Im positiven Sinne. Und es ist wieder ein perfekter Song für die Tanzfläche.

Get Thee Behind Me: Okay, was ist das? Fängt an wie ein Scooter-Song, dann kommt dieser… äähhhh… „Gesang“?… und dann dieser extrem eingängige Refrain: japp da damm du da, japp da damm du da da da da da da. WAS zur Hölle ist das? Egal, es ist irgendwie toll und ich mag den Song. Und mit ein paar Bier noch mehr. Basta.

Free: „Here you go Amerika, you are free, to do what we tell you…“ Mit dem stampfenden Bass und den scharfen Synths bringen uns UBERBYTE wieder zurück auf die Tanzfläche. Und auch wieder näher an den Industrial Dance Sound. Von Anfang bis Ende des Tracks einfach ein Genuss.

2:7: Nein, nicht ein Bundesliga-Ergebnis. „2:7“ ist der letzte Song auf „Five Year Plan“ und auch wenn wir bei dem Song einfach auf der Tanzfläche bleiben können, so ist er doch wieder deutlich ruhiger und seichter.

Unterm Strich fällt ein Fazit nicht schwer: Mit „Five Year Plan“ gibt es UBERBYTE, wie wir sie kannten, nicht mehr, aber das stört nicht. So abwechslungsreiche, vielfältige Songs überzeugen einfach. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder, der in bisschen diese Musikrichtung mag, ein paar Tracks einfach lieben wird und den Rest auch nicht schlecht findet. Ich bin froh, dass ich dieses Album auf den Tisch geknallt bekommen hab‘, es ist insgesamt einfach toll. UBERBYTE bringen uns mit „Five Year Plan“ teilweise die Vergangenheit zurück, sie sind zum Teil absolut up-2-date und stellenweise gibt es auch einen Ausblick in die Zukunft. Abwechslungsreich, ohne musikalische Berührungsängste und alles in einer tollen Qualität. Herz und Tanzbein, was willst du mehr?

10/10 Punkte

Ab dem 16. Oktober ist UBERBYTE – Five Year Plan käuflich zu erwerben.

Tracklist:
1. Sheffield’s Finest
2. Archetype
3. Jump Into Hell
4. We Like The Bass
5. Summer (Feat Lauren Krothe Of Panzer AG)
6. The Serpent And The Dove
7. Threadhead
8. Come Undone
9. Cthulu Waits
10. Unified
11. Get Thee Behind Me (Feat Matt Fanale Of Caustic)
12. Free (To Do As We Tell You)
13. 2:7

 

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