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Wir haben 2010, und was fehlt dieses Jahr noch? – Richtig, das neue :wumpscut:-Album. Aber pünktlich wie ein Uhrwerk legt uns Rudy Ratzinger am 16.04.2010 sein neuestes Mach(t)werk Siamese in die CD-Player. Und wie immer gibt es nahezu unzählige Erscheinungsversionen. Mal mit DVD, mal mit Bonus-CD oder auch mit diversem Wumpscut-Merchandise. Auf jeden Fall genug Argumente nicht einfach ein paar MP3s zu ziehen, sondern sich wirklich Hardware in den Player zu schieben.
Nur lohnt es sich denn auch? Schließlich ist eine schöne Verpackung, auch wenn sie hauptsächlich aus Abbildungen von Skeletten von siamesischen Zwillingen besteht, zwar eine nette Sache, aber definitiv kein Kaufgrund. Da gehört schon entsprechende Mucke dazu. Und da hat Meister Ratzinger schon so geniale Highlights wie Embryodead oder Wrath of Babes rausgehauen, aber halt auch Sachen, bei denen ich froh bin die Titel aus meinen Kopf verbannt zu haben.
Und wie schaut es jetzt mit Siamese aus? Im TV würde jetzt „Top oder Flop“ gesagt werden und je nach Sender wäre es dann dieses oder jenes. Und wenn es z.B. bei RTL Top wäre, dann natürlich auf Pro7 ein Flop… aber ich schweife ab. Deswegen mal ganz schnell zu den Songs, um die es geht. Hier also :wumpscut: – Siamese
in der Einzelkritik:
Jan L. ist zwar immer noch eher durch sein Dark Electro Projekt X-Fusion bekannt, aber mit Noisuf-X hat er schon lange gezeigt, dass er auch anders kann. Seine Odyssee im elektronischen Grenzbereich zwischen Techno und EBM / Electro findet nun mit Excessive Exposure ein neues Output.
Seit er 2005 mit Antipode sein erstes Album als Noisuf-X veröffentlichte, war Jan äußerst produktiv. Nicht nur, dass bis auf 2008 jedes Jahr ein Album erschien, nein, allesamt wurden sie auch in den höchsten Tönen gelobt und waren bzw. sind in den Clubs immer noch und immer wieder gerne gespielt.
Und auch auf Excessive Exposure ist wieder knallhartes Clubfutter. Eingängig und genau das Richtige für Tanzflächenkrieger. Und Jan L. hat hochkarätige Verstärkung für dieses Album bekommen, denn niemand Geringeres als Peter Spilles von Project Pitchfork und Johan van Roy von Suicide Commando liehen als gern gesehene Gäste dem versierten Soundtüftler ihre Stimmen.
Alter der Ruine erscheinen bei ProNoize, die für ihren besonders aggressiven Sound bekannt sind. Und Alter der Ruine, die 3 Jungs aus Übersee, machen da definitiv keine Ausnahme.
2005 entstand diese Band und hat in ihrem Heimatland U.S.A. mittlerweile 3 Longplayer, 3 Eps, über 100 Live-Auftritte und zahlreiche Remixe veröffentlicht, und die Jungs Hot Pokkit, T.Bahgg sowie Risk-E Biznez haben es an die Spitze der US-Amerikanischen Industrials geschafft.
Mit This Is Why We Can’t Have Nice Things versuchen sie nun den europäischen Markt zu erobern. Das Material ist nichts Neues – denn es ist praktisch ein Best-Of ihrer bisherigen Veröffentlichungen. Die es aber allesamt nicht bis Europa geschafft haben. Nun versucht man es also mit diesem Album.
Electro Alben gibt es in der Szene mehr als Sand am Meer. Natürlich auch entsprechend viel Schrott. Leider viel mehr Schrott als halbwegs Anhörbares. Und jetzt macht auch noch Plastique von Welle:Erdball mit dem Schweden Deadbeat ein Electro-Album. Deadbeat… das lässt schlimmste Befürchtungen aufkommen. Aber was solls, denk’ ich so bei mir, anhören muss ich es, schließlich will ich ja über die CD was schreiben – und das geht für mich nur, wenn man sich die CD auch wirklich anhört. Abgeschriebene/kopierte Pressetexte als Review gibt es schon viel zu oft.
Also rein mit The Beauty of Decay in den Player – und Kinnlade auf den Tisch. Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wann mich das letzte Mal ein Electro-Debüt-Album so schnell gefesselt hat. Das, was Plastique und Deadbeat hier abliefern, ist Electro-Pop vom Allerfeinsten.
Der Käptn legt mit Krieg ein neues Album vor. Oder auch ein altes Album – den alle Songs waren auch schon auf dem vor einem Jahr erschienen Longplayer Blitz
vorhanden. Nur halt in anderen Versionen. Also beschert uns KMFDM mit Krieg
genau genommen kein neues Album sondern die Remix-Version von Blitz.
Und genau da stellt sich, wie bei jedem Remix-Album, die Frage: War das den nötig? Nun, Blitz ist in meinen Augen ein sehr gutes KMFDM Album und von daher bin ich erstmal nicht grundsätzlich böse das es ein kleines Brüderchen bekommen hat.
Nur jetzt kommt das viel größere Problem: Blitz ist jetzt ein Jahr alt, man kennt die Songs so wie sie sind, man hat sie liebgewonnen und sich an sie gewöhnt. Und auf einmal kommen sie in einem ganz neuen Gewand daher. Man kennt sie und doch sind sie ganz anders.

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